Hanse-Parlament etabliert Innovationsnetzwerk für Mittelstand im Ostseeraum

 

Im EU-Projekt „BSR-QUICK“ wurden Strukturen geschaffen für eine systematische Kooperation von Universitäten, mittelständischen Unternehmen und Kammern: die Baltic Sea Academy hat die Arbeit bereits aufgenommen, weitere Kompetenzzentren werden aufgebaut. 

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Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind entscheidend für den Wohlstand der modernen Gesellschaften im Ostseeraum: Sie stellen rund 70 Prozent der Arbeitsplätze, schaffen im Gegensatz zu Großunternehmen neue Stellen und bilden einen Großteil der jungen Menschen aus. Um diese wichtigen Aufgaben weiter übernehmen zu können, haben KMU einen ständigen Innovationsbedarf.

 

Die öffentliche Innovationsförderung geht an diesem Bedarf aber vorbei, sie ist zu sehr auf Hochtechnologie und Großunternehmen ausgerichtet. „Bei der Clusterpolitik beispielsweise sind 95% der kleinen und mittleren Unternehmen nicht einbezogen“, sagt Jürgen Hogeforster, Chairman des Hanse-Parlaments.

Diese Lücke hat das Hanse-Parlament erkannt und im INTERREG-Ostseeprogramm der EU mit dem Projekt „BSR-QUCIK“ zu schließen begonnen. Innerhalb von nur drei Jahren wurden eine Vielzahl von Maßnahmen für den Mittelstand umgesetzt, u.a. Wissens- und, Technologietransfer, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, berufliche Qualifizierung und Förderung internationaler Zusammenarbeit.

Die zwei bedeutendsten Ergebnisse des Projektes sind dabei der Hochschulverbund „Baltic Sea Academy“ und die begonnene Entwicklung von Kompetenzzentren (Center of Competence) für den Mittelstand.

 


Baltic Sea Academy 

Die Baltic Sea Academy (BSA) ist eine KMU-spezifische Infrastruktur aus Kammern, Verbänden und Universitäten. Seit 2010 arbeiten 15 Hochschulen und Universitäten aus neun Ostseeländern in der BSA zusammen, die u.a. folgende Aufgaben für den Mittelstand übernimmt:

- Innovations-, Technologie- und Wissenstransfer für KMU in Zusammenarbeit mit Kammern und Verbänden.

- Durchführung angewandter Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, ausgerichtet an konkreten Bedürfnissen der mittelständischen Wirtschaft.

- Weiterentwicklung von Bachelor- und Master-Studiengängen, insbesondere von dualen Studiengängen.

 


Thematische Kompetenzzentren

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Hanse-Parlament und Baltic Sea Academy haben sechs Wachstumsfelder mit besonderen Innovationsbedürfnissen der KMU identifiziert: u.a. Energieeffizienz und Umweltschutz, Personal- und Organisationsentwicklung sowie Ressourcensparendes Bauen.

Für diese Bereiche wird je ein Center of Competence aufgebaut: Spezialisierte Universitäten kooperieren mit Handwerks- und Handelskammern im Ostseeraum und fördern konkret die Innovationsfähigkeit mittelständischer Unternehmen, z.B. durch Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Entwicklung dualer Bachelor-Studiengänge und Weiterbildungen, Wissens- und Technologietransfer.

Die ersten konkreten Arbeiten haben bereits begonnen: Trainingsprogramme zu Corporate Social Responsibility, Energieeffizienz und die Förderung der Erwerbsbeteiligung weiblicher und älterer Arbeitskräfte.

 


Maßgeschneiderte Innovationsförderung 

Das QUICK-Programm bietet den KMU des Ostseeraums eine weitgefasste Innovationsförderung, die alle relevanten Bereiche einbezieht und über den Kooperationsverbund passgenaue Dienstleistungen aus einer Hand liefert. So wurden beispielsweise auch realisiert:

- Entwicklung von 3 neuen Weiterbildungslehrgängen zur Steigerung der Energieeffizienz und Einsatz regenerierbarer Energien, die bislang im Ostseeraum 28-mal mit über 800 Teilnehmern realisiert wurden.

- Transfer von 5 Best-Practice-Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung mit ostseeweiter Implementation.

- 8 Businessforen zu neuen Technologien sowie internationale Kooperationsbörsen, an denen über 600 KMU aus allen Ostseeländern teilnahmen.

- Entwicklung von 3 Strategieprogrammen: Wirtschafts-, Bildungs- und Regionalpolitik zur Innovationsförderung der KMU durch Politikwechsel.

 


Anerkennung von EU-Kommissar Hahn

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Auf der Generalversammlung des Hanse-Parlaments und des QUICK-Projekts am 15./16. November in Brüssel wurden die gesamten Ergebnisse des QUICK-Projektes der Öffentlichkeit präsentiert, darunter Abgeordneten des Europaparlaments sowie Vertretern der EU-Kommission. „Das Hanse-Parlament leistet wertvolle Beiträge zur Erreichung der Ziele der EU-Ostseestrategie, vor allem zur Erhöhung des Wohlstandes in der Region“, sagte Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik. „Ich möchte mich besonders für Ihre Initiative bedanken, die akademische Welt in die KMU-Förderung einzubinden.“ Hahn lobte auch das vertrauensvolle Klima, das das Hanse-Parlament schaffe, so dass 50 Mitgliedsverbände aus allen Ostseeländern konstruktiv zusammenarbeiten können.

Auf einem Empfang im Hanse-Office wurde das politische Strategieprogramm „Innovationen in der Regionalpolitik“ vorgestellt, das vom Mitglied des Europäischen Parlaments Jan Olbrycht gewürdigt wurde.

Auf Einladung der Hamburger Abgeordneten des Europäischen Parlaments Birgit Schnieber-Jastram diskutierten die Vertreter des Hanse-Parlaments und der Baltic Sea Academy mit weiteren Parlamentariern Ziele der EU-Ostseestrategie. In diesem Zusammenhang forderte Tunne Kelam, Europaabgeordneter und Mitglied der Baltic-Europe Intergroup, eine stärkere Zusammenarbeit der Länder im Ostseeraum und lobte zugleich die Arbeit des Hanse-Parlaments: „Ihre Konferenz in Brüssel ist ein ermutigendes Signal für uns.“

Auf einer Konferenz wurde Algirdas Šemeta, EU-Kommissar für Steuern und Zollunion, Audit und Betrugsbekämpfung, das wirtschaftspolitische Strategieprogramm des Hanse-Parlaments übergeben und die Chancen einer europäischen Steuerreform für KMU erörtert.

 

 

BSR-QUICK in Kürze

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„Qualification, Innovation, Cooperation and Keybusiness for Small and Medium Enterprises in the Baltic Sea Region“ Zeitraum: 2009 bis 2012 Budget: 3.688.000 Euro, gefördert aus Mitteln des INTERREG-Ostseeprogramms der EU Inhaltliche Schwerpunkte u.a.:

- Gründung einer Baltic Sea Academy mit 15 Universitäten aus neun Ostseeländer

- Aufbau einer Infrastruktur und eines Innovations-Förderungs-Netzwerkes mit einer Kooperation von Kammern, KMUs und Universitäten

- Entwicklung von 3 KMU-spezifischen Innovationsclustern

- Wissens- und Technologietransfer

- Durchführung von F&E-Vorhaben für 75 KMU

- Erstellung von Business- und Investitionsplänen für 500 KMU

- Entwicklung und Realisierung von Weiterbildungsmaßnahmen zu neuen Technologien

- Internationale Businessforen und Kooperationsbörsen für KMU aller Branchen

- Entwicklung von 3 Strategieprogrammen und Einbringung in politische Entscheidungsprozesse auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

 


Hanse-Parlament 

Das Hanse-Parlament ist ein Verband von 50 Industrie-, Handels- und Handwerkskammern sowie weiteren Mittelstandsförderern aus dem gesamten Ostseeraum. Die Mitglieder betreuen insgesamt rund 450.000 kleine und mittlere Unternehmen. Ziel des Hanse-Parlaments ist, mittelständische Unternehmen im Ostseeraum zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.


Die Ergebnisse des QUICK Programms wurden in einer mehrsprachigen Broschüre zusammengefasst, die angefordert werden kann beim Sekretariat des Hanse-Parlaments:

 

Hanse-Parlament e.V. 
Blankeneser Landstr. 7, 22587 Hamburg, Germany 
phone: +49 40 822447-0 
email: info@hanse-parlament.eu www.hanse-parlament.eu

Ausführliche Informationen finden sich in 8 Buchpublikationen, die in der Schriftenreihe der Baltic Sea Academy erschienen sind.

 


In 10 Schritten zur einer neuen Regionalpolitik

Präsentation eines innovativen Programms in Brüssel auf Konferenzen mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und EU-Kommissar Hahn

Das Hanse-Parlament legt eine kompakte Strategie zu einer innovativen Regionalpolitik im Ostseeraum vor. Kernelemente sind internationale Kooperation, maßgeschnei-derte Innovationsförderungen – und ein ostseeweiter Finanzausgleich.


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Die Ostseeregion steht in harter Konkurrenz mit anderen Weltregionen um Unterneh-mensansiedlungen, qualifizierte Arbeitskräfte und Wohlstand. Die Regionalpolitik versucht die Wettbewerbsfähigkeit des Ostseeraums zu stärken, die Ostseestrategie der EU ist Ausdruck dieser Bemühungen. Sie reichen in der aktuellen Form jedoch nicht aus.

Daher hat das Hanse-Parlament eine neue Strategie für die Ostseeregion vorgelegt, mit der Innovationen, Wachstum und Wohlstand dauerhaft gesichert werden können. Die Strategie wurde im Rahmen des EU-geförderten Projektes „BSR-QUICK“ zusammen mit 39 Partnern (Kammern, Universitäten, öffentliche Verwaltungen) aus allen Ostseeländern entwickelt. Mit dieser Strategie können die Teilregionen ihre Potenziale voll ausschöpfen, wovon zugleich der gesamte Ostseeraum profitiert.

Das 10-Punkte-Programm übergab der Chairman des Hanse-Parlament, Jürgen Hogeforster, am 16. November 2012 auf einer Konferenz in Brüssel dem EU-Kommissar für Regionalentwicklung Johannes Hahn.


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Die Strategie in Kürze:


1. Kooperation und Integration

Eine intensive Kooperation zwischen den Ländern und Regionen des Ostseeraums ist zwingend und muss ausgebaut werden. Kooperation ist eine Quelle für Innovation, stärkt die Konkurrenzfähigkeit der Region und schafft kritische Mindestgrößen für Märkte.


2. Regionaler Wettbewerb und Finanzausgleich

Kooperation bedeutet nicht Verzicht auf Wettbewerb, sondern eine Zusammenlegung der Stärken, um die optimale Entwicklung der einzelnen Standorte und Regionen zu erreichen. Ein finanzieller Ausgleich zwischen finanzstärkeren und -schwächeren Regionen liegt im Interesse der Geber- und Nehmerregionen.


3. Gleichwertige Lebensbedingungen und funktionale Arbeitsteilung

Gleichwertigkeit kann sich nur auf einige wenige Grundbedingungen beziehen. Hinzukommen muss eine abgestimmte Arbeitsteilung zwischen Standorten und Regionen gemäß ihren jeweiligen Stärken, sodass sie sich optimal ergänzen. Dadurch werden die einzelnen Regionen und der gesamte Ostseeraumes gefördert.


4. Eigenständige Kulturen und regionales Selbstwertgefühl

Eine Einheitskultur ist Nonsens; sie schadet Mensch und Wirtschaft. Unterschiedlichkeit fördert Kreativität und damit Innovationen. Erforderlich ist eine Balance von regionalem Selbstbewusstsein und Wertschätzung der Verschiedenartigkeit der Ostseeregionen.


5. Endogene Potenziale und intelligente Spezialisierung

Investiert werden sollte konsequent in die Entwicklung regionsspezifischer Stärken. Bei einer Förderung raumtypischer Potenziale können auch ländliche Gebiete wachsen und Abwanderungen verhindern. Voraussetzung dafür sind die Kooperation zwischen Agrarräumen und Ballungszentren sowie gute verkehrliche Anbindung und intensive Vernetzung.


6. Regionale Wirtschaftskreisläufe und intensive Bestandsentwicklung

Regionaler Wirtschaftskreisläufe müssen Vorrang haben. Die konsequente Entwicklung des Bestands ansässiger Unternehmen verspricht wirtschaftlichen Erfolg und ist zugleich das wirkungsvollste Instrument für Neuansiedlungen. Qualifizierte Erwerbspersonen, unternehmerisches Denken, Eigeninitiative und Kreativität sind die wichtigsten endogenen Potenziale einer Region und müssen gefördert werden.


7. Kleine und mittlere Unternehmen und Netzwerke

Kleine und mittlere Unternehmen stärken die regionale Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze und müssen daher höchste Priorität genießen. Die Kammern sollten als zentrale Fördereinrichtungen des Mittelstands entwickelt und gestärkt werden. Sie wiederum müssen die lückenlose Versorgung in der Fläche sichern.


8. Innovationen und Wissenspartnerschaften

Um die Innovationsfähigkeit zu stärken, muss die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und mittelständischen Unternehmen stark verbessert werden. Kammern können Vermittlungsfunktionen übernehmen und die Versorgung ländlicher Räume sichern. Für Felder mit herausragenden Wachstumschancen sollten themenspezifische Kompetenzzentren für den Mittelstand entwickelt werden


9. Dezentralisierung und Selbständigkeit

Als Reaktion auf die Globalisierung bilden sich eine stärkere Regionalisierung und Dezentralisierung heraus. Diese Entwicklung sollte unbedingt unterstützt werden. Regionale und lokale Kreisläufe reduzieren Kosten, ermöglichen Wachstum und fördern das direkte soziale Miteinander.


10. Zentren-Konzept und Infrastruktur

Das Angebot an öffentlichen und privaten Dienstleistungen in ländlichen Gebieten muss gestärkt werden. Das muss nicht teuer sein: Durch moderne Technologien, intensive Vernetzung sowie Personal- und Organisationsentwicklung werden kleine, dezentrale Einheiten deutlich wirtschaftlicher. Größenwahn muss von dem Prinzip „small is beautiful“ abgelöst werden. Ausbau und Erhalt guter Verkehrsinfrastruktur sichert die Entwicklung aller Zentren und Regionen.



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Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalentwicklung nahm das ausführliche Strategieprogramm auf der Generalversammlung des QUICK-Projektes in Brüssel entgegen und bedankte sich: „Das Hanse-Parlament leistet wertvolle Beiträge zur Erreichung der Ziele der EU-Ostseestrategie, vor allem zur Erhöhung des Wohlstandes in der Region.“

Wie das Hanse-Parlament forderte auch Tunne Kelam, Europaabgeordneter und Mitglied der Baltic-Europe Intergroup, eine stärkere Zusammenarbeit der Länder im Ostseeraum und lobte zugleich die Arbeit des Hanse-Parlaments: „Ihre Konferenz in Brüssel ist ein ermuti-gendes Signal für uns.“

Das Strategieprogramm ist unter dem Titel „Strategy programme for innovation in regional policies in the Baltic Sea Region“ als Buch in der Schriftenreihe der Baltic Sea Academy erschienen.


Hanse-Parlament

Das Hanse-Parlament ist ein Verband von 50 Industrie-, Handels- und Handwerkskammern sowie weiteren Mittelstandsförderern aus dem gesamten Ostseeraum. Die Mitglieder be-treuen insgesamt rund 450.000 kleine und mittlere Unternehmen. Ziel des Hanse-Parlaments ist, mittelständische Unternehmen im Ostseeraum zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.


Bei Fragen steht Ihnen das Sekretariat des Hanse-Parlaments gern zur Verfügung:


Hanse-Parlament e.V.

Blankeneser Landstr. 7, 22587 Hamburg, Germany

phone: +49 40 822447-0

email: info@hanse-parlament.eu

www.hanse-parlament.eu

More information can be found in the book „Strategy Programme for innovation in regional policies in the Baltic Sea Region” (texts printed in English, German and Polish language)

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